Fräsgravuren – Präzision mit Tiefenwirkung

Die Fräsgravur ist eine spanende Bearbeitung, die lokal Material vom Werkstück abträgt. Sie wird bei uns mit einer herkömmlichen Graviermaschine oder computergesteuert durchgeführt. Sollte es nötig sein, wird die Gravur von Hand nachgearbeitet.Es gibt erhabene und vertiefte Gravuren.

Die vertiefte Gravur wird von uns in Schilder oder angelieferte Teile (z.B. Maschinenbauteile oder Schmuckstücke) gefräst. Die entstandene Vertiefung (Gravur) kann ggf. mit Farbe ausgelegt werden. Hier ist ein saubere Fräsgravur, ohne Grat die Grundlage für eine Farbeinbringung. Fräser, Vorschub und Drehzahl müssen hier den Materialien angepasst werden. Es ist nicht selten, dass unbekannte angelieferte Materialien Probleme bei der Zerspanung bereiten (Messing ist eben nicht gleich Messing). Daher kann der Aufwand sehr hoch werden, da der Fräser stumpf wird, oder es lässt sich kein sauberes Ergebnis erzielen, da das Material beispielsweise "schmiert" (vereinfachtes Beispiel: Stellen Sie sich vor Sie möchten ein sauberes Loch in Knetmasse bohren)

Die erhabene Gravur ist in der Regel für das Prägen gedacht. Sie kann "scharf" oder "flächig" ausgeführt werden, hier kommt es darauf an, welches Material geprägt wird. Die Gravur ist konisch, d.h. ein gravierter Punkt ist entweder eine Pyramide oder ein Kegel. Die scharfe Spitze kann nun sehr gut in das zu prägende Material eindringen (z.b. per Hammerschlag mit einem Stahlstempel). Je tiefer geprägt wird, desto "fetter" wird der Punkt. Bei der scharfen Gravur lassen sich daher nur einlinige Schriften oder Konturen darstellen.

Für weiche Materialen (Gold, Silber, Leder) kann der Prägestempel auch flächig ausgeführt werden. Nehmen wir wieder den Punkt als Beispiel, dann heißt das, dass die Pyramide, bzw. der Kegel oben eben keine Spitze hat sondern ein Plateau, welches logischerweise eine höhere Kraft beim Prägen benötigt.

Der Winkel der Gravur kann ebenfalls den Bedingungen angepasst werden. So ist bei Heißprägestempel, Golddruckstempel, oder Folienstempel ein anderer Winkel nötig, als bei Prägewerkzeugen oder Prägerollen. Gerade bei Rollstempeln kommt noch die zusätzliche Belastung durch die Abrollbewegung hinzu, ob das jetzt eine Prägerolle zur Stangensignierung oder eine Stempelrolle zur Kennzeichnung von Drehteilen ist.